Unter einer zahnärztlichen Funktionsanalyse verstehen wir die Überprüfung der Bißlage. Diese wird nicht nur im Zusammenhang mit den Kiefergelenken und den Zähnen, sondern auch mit der Körperhaltung untersucht.
Machen Sie einen Selbsttest:
Setzen Sie sich gerade auf einen Stuhl, richtig aufrecht. Nun lassen Sie Ihre Zähne ganz langsam und leise gegeneinanderkommen. Merken Sie sich die Stellen, an denen die Zähne bei Ihnen Kontakt bekommen.
Nun setzen Sie sich schief auf Ihren Stuhl, den Kopf aber wieder gerade richten, und lassen wieder Ihre Zähne langsam und leise gegeneinanderkommen.
In den meisten Fällen werden sich jetzt andere Punkte auf Ihren Zähnen treffen.
Fazit:
Durch eine falsche Körperhaltung entstehen Vorkontakte/Fehlkontakte auf den Zähnen. Dies führt zu empfindlichen Zahnhälsen (z.B. bei “kalt”) und einer Fehlbelastung der Muskulatur. Eine falsch arbeitende Muskulatur im Kieferbereich kann zu vielartigen Spannungskopfschmerzen oder Nackenproblemen führen.
In Zusammenarbeit mit einem Orthopäden und der richtigen Krankengymnastik (z.B. NMT, der Neuromuskulären Therapie) und einer individuellen Aufbißschiene können vielschichtige Schmerzprobleme behoben werden.
Die unterschiedlichsten Faktoren, von der akuten Verletzung bis zu gewohnheitsbedingten Haltungsfehlern, führen zu Muskeldysbalancen (Ausgleichsstörung der Muskulatur), wobei bestimmte Muskeln oder Muskelgruppen verkürzt, andere überdehnt werden.
Gewebe, die über einen längeren Zeitraum unter Spannung stehen, verändern jedoch ihre Struktur, sie verhärten, werden ischämisch (blutleer) und schließlich schmerzhaft.
Darüber hinaus können sog. „Triggerpunkte“ die Schmerzen in andere Körperteile (auch Zähne) projizieren. Erwähnt seien nur Nackenschmerzen nach einem Schleudertrauma, die von Triggerpunkten in den vorderen tiefen Halsmuskeln ausgelöst werden können.
Weil zudem muskuläre Dysbalancen (muskuläre Ausgleichsstörungen) immer zu kompensatorischen (ausgleichenden) Verspannungen in anderen Körperarealen führen, sind Schmerzort und Schmerzursache häufig nicht identisch.
Eine muskulär ausgeglichene Aufbißschiene kann diesen Dysbalancen entgegenwirken und in Zusammenarbeit mit einem Physiotherapeuten zu einer baldigen Linderung führen.
Nächtliches Zähneknirschen oder starkes Pressen der Zähne (Bruxismus) bleibt häufig lange unbemerkt. Typische Folgen können abgenutzte Zahnoberfläche, empfindliche Zähne, Kiefergelenksbeschwerden, Verspannungen der Kaumuskulatur sowie Kopf- oder Nackenschmerzen bis hin zur Migräne sein.
Die Basistherapie bei Bruxismus kann in vielen Fällen eine individuell angepasste Aufbissschiene sein, um Zähne und Kiefergelenke zu schützen, s. auch Thema CMD. In bestimmten Fällen kann auch bei Bruxismus die Ergänzung durch weitere therapeutische Maßnahmen sinnvoll sein.
Bei ausgeprägter Muskelaktivität steht nach sorgfältiger Diagnostik und individueller Beratung bei uns in der Zahnarztpraxis am Dreiecksplatz eine zusätzliche Behandlungsoption zur Verfügung, die auf eine Entspannung der überaktiven Kausmuskulatur abzielt.
Ziel ist es Beschwerden zu reduzieren und Zähne sowie Kiefer langfristig zu entlasten.
Welche Therapie für Sie geeignet ist, klären wir gerne im persönlichen Gespräch hier in der Zahnarztpraxis in der Holtenauer Straße.
Sprechen Sie uns gerne an - wir beraten Sie individuell und umfassend.